Balsa
Die Bundesaltlastensanierungsges.m.b.H. (Balsa) wurde 2004 als Tochter des Umweltbundesamtes gegründet.
Durch Schadstoffe verunreinigte Flächen, so genannte Altlasten, werden von der Balsa gereinigt. In Fällen, wo Veruracher von Umweltgefährdungen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden können (z.B. bei Kriegsschäden), übernimmt sie die Sanierungsmaßnahmen für den Bund.
Umweltschutz
15.04.2010
Mikrobiologen mit Putzfimmel
Verseuchte Brunnen und große Ölfilme: Auf einem ehemaligen
Raffineriegelände in Korneuburg kam es zum Austritt von Schadstoffen in den Untergrund. Ein biologisches Reinigungsverfahren soll nun die Umwelt-Ordnung wieder herstellen.
Ausgelaufenes Öl, sorglos deponierter chemischer Abfall oder versickerte Pestizide – die Liste der heimischen Umweltsünden ist erschreckend lang. Schätzungen des Umweltbundesamtes zufolge gibt es bis zu 2.000 sanierungsbedürftige Altlasten in Österreich. Doch nicht immer sind die Schuldigen für ein ökologisches Desaster noch zu ermitteln.
Ein Beispiel dafür ist eine ehemalige Raffinerie am südlichen Stadtrand von Korneuburg: Die Anlage wurde während des Zweiten Weltkrieges mehrfach beschädigt. Dadurch ist es auch zum Austritt von Mineralöl in den Untergrund gekommen. Die Folgen sind heute noch deutlich ersichtlich: Große Ölfilme schwimmen auf dem Grundwasser und zahlreiche Brunnen wurden verseucht. Ein Sanierungsprojekt der Bundesaltlastensanierungs-Gesellschaft (Balsa) soll nun Abhilfe schaffen.
Vollbiologisches Verfahren
Das verunreinigte Areal wurde zunächst durch eine Dichtwand umschlossen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. In großen Brunnen wird das Grundwasser erfasst und das darauf schwimmende Öl abgesaugt. Zusätzliche Reinigungshilfe bekommt man durch Bakterien, die von Natur aus im Boden vorhanden sind und Mineralöl abbauen. Durch deren Anreicherung mit Nähr- und Sauerstoff werden diese Stoffwechselvorgänge forciert und die Verunreinigungen innerhalb des abgedichteten Bereichs verringert. „Das kombinierte Verfahren, das nicht nur die Altlast abschottet, sondern auch die Schadstoffmenge im kontaminierten Areal verringert, baut für die Zukunft vor. Auch Dichtwände halten schließlich nicht ewig", sagt Andreas Loibner, Experte für Mikrobiologie an der Wiener Boku.
Ein weiterer Vorteil der mikrobiologischen Methode: Das Verfahren könne durch das Wegfallen des gesamten Aushubs des verseuchten Erdreiches, auch an Standorten, die heute bebaut sind, eingesetzt werden, sagt Michael Zorzi, Balsa-Geschäftsführer.
Bisher wurden durch die ökologische Sanierung 17 Tonnen der schädlichen Kohlenwasserstoffe am 18 Hektar großen Areal in Tuttendorf abgebaut. In rund zehn bis 20 Jahren soll das aus der Altlast austretende, gefilterte Grundwasser Trinkwasserqualität aufweisen. Die Sanierungskosten belaufen sich auf 20 Millionen Euro, die aus zweckgebundenen Altsanierungsbeiträgen bestritten werden. „Altlasten können Boden, Wasser und Luft verunreinigen und erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Tier- und Pflanzenwelt haben. Umso wichtiger ist es, kontaminierte Standorte zu identifizieren und zu sanieren", sagt Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamtes.
Christina Leitner
WISSEN

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