Hannes Schindler steuert mobiles Sozialprojekt.
15.04.2010
Deeskalation am Bahnhof Meidling
„Wir schauen uns an, wo es zu Konflikten kommt, bieten Obdachlosen und Suchtkranken Hilfestellungen an, leisten erste Hilfe, vermitteln und kommunizieren die Regeln, aber auch die Konsequenzen bei Regelverstoß", schildert Schindler die Arbeit des SAM-Teams, die sich zuvor schon am Julius-Tandler-Platz und am Praterstern bewährt hat.
Das Geld für SAM kommt über die Sucht- und Drogenkoordination von der Stadt Wien, kleinere Beiträge schießen die Wiener Linien, die ÖBB und der Rewe-Konzern zu.
Am neuen Standort gehe es bisher „ruhiger als gedacht zu. Mit zunehmenden Temperaturen können aber auch die Konflikte zunehmen", so Schindler. Weil dann verstärkt mit Obdachlosen, lärmenden Jugendlichen und andere Personen, die ihre Freizeit am Bahnhof verbringen, zu rechnen ist. Dadurch steigt das Unruhepotenzial. „In vielen Fällen können wir die Situation durch wertschätzende Kommunikation entlasten", sagt Schindler.
Die SAM-Mitarbeiter verstehen sich als Ansprechpersonen aller am Bahnhof vertretenen Gruppen und sind daher allseits beliebt. Ihre komplexe Aufgabe gelingt dank eines Teams aus Sozialarbeitern, Psychologen und Soziologen. Abgesehen davon sprechen die Mitarbeiter, von denen jeweils zwei zur selben Zeit vor Ort sind, mehrere Sprachen und haben zum Teil Migrationshintergrund.
„Irgendwer kann also immer andocken." So nehmen Schindler und seine Mitarbeiter auch der Polizei Arbeit ab – „eben weil wir Regeln kommunizieren."
Andrea Krieger

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