14.05.2010
"Energierevolution" 2.0
„Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems ist eine konsistente und langfristige Energieforschung, der eine gesellschaftspolitische Vision zugrunde liegt“, so beschreibt Angela Köppl vom WIFO in einem Blogbeitrag auf dem Portal www.energieforschungsstrategie.at die Herausforderung. Experten, Stakeholder und Interessenten wurden Mitte Februar vom Infrastrukturministerium (BMVIT) und dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung eingeladen, sich an der Entwicklung der neuen „Energieforschungsstrategie für Österreich“ zu beteiligen. Ort der Debatte war nicht ein Veranstaltungssaal, sondern das Internet. Ein Expertenpapier wurde zur Diskussion gestellt, das konkrete Vorschläge für Maßnahmen im Bereich Forschung, Technologie und Innovation zum Inhalt hat. Klimawandel, Ölknappheit und die Entwicklungen beim Energieverbrauch verlangen nach nichts weniger als einer „Energierevolution“, wie das Expertenpapier postuliert.
Konsultation im Netz
Über 800 qualifizierte Kommentare, knapp 400 neu registrierte User, 70 ausgefüllte Fragebögen und eine Vielzahl an Blogbeiträgen seien laut Hannes Leo das Ergebnis der 5-wöchigen Online-Diskussion gewesen. Der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens CBASE entwickelte die Plattform, die schon bei der Forschungsstrategie im vergangenen Jahr eingesetzt wurde. Auch diesmal mündet die Diskussion in konkrete Ergebnisse, auch wenn manchem Teilnehmer die Diskussion zu kurz dauerte. So meinte etwa User Fluxus: „Dieses gewaltige Werk nur für ein paar Wochen offen zu halten, ist starker Tobak.“
Laut Michael Paula, Leiter der BMVIT-Abteilung für Energie- und Umwelttechnologie, ist der Prozess noch nicht abgeschlossen: „Wir wollten die neuen Möglichkeiten des Internets in den Prozess einbetten, um konkrete Rückmeldungen für die Energieforschungsstrategie zu erhalten. Das ist auch gelungen. Es geht darum, Vorschläge auf eine breite Basis zu stellen und dennoch inhaltlich zu fokussieren.“ In einem nächsten Schritt wurde im April – ebenso auf dem Portal – die Frage der Prioritätensetzung einzelner Technologien zur Diskussion gestellt.
Querverbindung
Im Juni will der Rat für Forschung und Technologieentwicklung das überarbeitete Papier beschließen, das sich auch als Empfehlung an die zuständigen Ministerien versteht. Mehrere Querverbindungen hat die Diskussion auch zur „Energiestrategie Österreich“, die zuletzt federführend vom Wirtschafts- und vom Lebensministerium entwickelt wurde. Ob dies tatsächlich eine Energierevolution bewirkt, bleibt offen. Der eine oder andere Baustein ist es zumindest .

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