Roman Leonhardt mustert feuerspeiende Berge.
15.06.2010
Licht ins Vulkan-Dunkel
Er weiß, wie man Eyjafjallajökull ausspricht. Und er wusste es auch schon, als in Österreich noch niemand etwas vom Isländischen Gletschervulkan gehört hatte: Roman Leonhardt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Der Geophysiker arbeitet derzeit an einem EU-weiten Forschungsprojekt über „Erdmagnetfeldrekonstruktion mit Hilfe vulkanischer Gläser“. Damit will man die Vorhersagbarkeit von Vulkanausbrüchen dort verbessern, wo es keine Aufzeichnungen gibt.
Die Grundlage seines Jobs bilden vulkanische Steine. „Daraus können wir lesen, wann ein Vulkan aktiv war.“ Nicht dass auf den Steinen das genaue Datum stünde, „aber sie sind wichtige Speichermedien“. Und wenn man, wie Leonhardt Magnetfeldexperte ist, erkennt man ein bestimmtes Erdmagnetfeld auf den Steinen und kann auf die Zeit des Ausbruchs schließen. Gerade im Bezug auf die isländischen Vulkane gäbe es noch vieles herauszufinden, sagt Leonhardt. „Denn Aufzeichnungen gibt es dort erst seit den Wikingern.“ Die Sache ist aber natürlich nicht so einfach, dass man aufgrund von zwei Ausbruchsdaten sagen könnte, dass ein Vulkan alle soundso viele Jahre aktiv ist. „Es geht vielmehr darum, ein Muster zu erkennen und in die Zukunft zu projizieren“, stellt Leonhardt klar.
Die zweite Herausforderung ist, die richtigen vulkanischen Steine zu finden. „Mit den entnommenen Proben ist es wie mit Kassettenrekordern: Der eine Stein liefert gute, der andere schlechte Aufzeichnungen.“ Mit Bohrmaschine, Hammer und Messgerät ausgestattet bricht Leonhardt immer wieder selbst zu Vulkanen auf. Gewissheit bringt aber erst das Labor, ob man die richtigen Proben aus dem Vulkangebiet mitgenommen habe.

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