Kathrin Lipowec bringt Nachbarn zusammen.
15.06.2010
Integration im Grätzel
Die Stimme, die sich bei der Sei dabei-Hotline meldet, gehört Kathrin Lipowec. Die telefonische Anlaufstelle ist Teil der 2009 geschaffenen Initiative der Wiener Magistratsabteilungen 17 (Integration, Diversität) und 13 (Jugend). Sie soll dabei helfen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft harmonischer zusammenleben. „Wer eine Idee für eine Nachbarschaftsinitiative hat, ruft bei uns an, wir helfen bei der Umsetzung“, so Lipowec.
Als Beispiel nennt sie eine Wandergruppe im zehnten Bezirk. „Ein älterer Herr hat sich bei uns gemeldet, weil er und seine Bekannten Migranten in seinem Grätzel die Schönheit Wiens zeigen wollten.“ Die studierte Ethnologin hat sich daraufhin an bestimmte Vereine im Grätzel gewandt und die nötigen Kontakte hergestellt. „Mittlerweile trifft sich die Gruppe regelmäßig zum Frühstück und Rundgang im Anschluss.“ Andere wollen Fußballturniere im Park, ein Nachbarschaftsfest im Gemeindebau oder Picknicks veranstalten und bekommen über die Initiative Geld für Flyer, Decken uvm. „Es sind nämlich oft diese einfachen Dinge, an denen es scheitert“, erzählt die MA 17-Mitarbeiterin.
Seit Sommer 2009 haben bereits rund 280 Personen die Stelle mit der Wiener Nummer 4000-03919 gewählt. Darunter aber auch viele Menschen, die ihren Unmut Luft machen wollten. Denen schenkt Lipowec ebenfalls ein offenes Ohr, bringt Vorschläge zur Konfliktlösung oder kann zumindest weiter verweisen. „Anfänglich waren wir in erster Linie eine Klage-Hotline“, sagt Lipowec. Umso mehr freut es sie, dass nun längst das Konstruktive überwiegt und die Initiative auch tatsächlich als Ideenbörse genützt wird.

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