Georg Häusler formt das künftige Agrarbudget.
14.07.2010
Gerechte EU-Landwirtschaftsförderungen
„Ich bin nicht pessimistisch, dass das für die nächste Finanzperiode von 2014 bis 2020 so bleibt“, sagt Georg Häusler. „Aber wir müssen erklären, was die Landwirtschaft leistet; dass wir einen Ausgleich zahlen, weil die Bauern bereit sind, gewisse Auflagen zu erfüllen.“
Und die Förderungen müssen nachvollziehbarer werden, betont der erfahrene EU-Beamte und Kabinettschef von Agrarkommissar Dacian Ciolos. So gebe es keine Berechtigung mehr für das so genannte historische Modell der Mittelzuteilung unter den Mitgliedstaaten. Denn durchschnittlich erhalten Landwirte in der EU derzeit etwa 270 Euro pro Hektar und Jahr, in Malta sind es 800 Euro, in Frankreich rund 300, in Österreich 260 und in Lettland nur 80 Euro.
Das seien Unterschiede, die durch die verschiedenen Lohnniveaus nicht erklärbar seien, meint der 42-jährige Jurist. Hintergrund dieser Schere sei, dass sich die Förderhöhe auf die produktionsabhängigen Bezüge zu Zeiten vor der letzten großen Reform der GAP 2003 beziehen. Das führt etwa bei der Aufteilung der Förderungen innerhalb Österreichs zu Hektarprämien von 800 bis 900 Euro in Gebieten der Steiermark. Dort wurde früher intensive Stiermast betrieben. Wegen der damals üblichen Kopfprämien ist der Referenzwert pro Hektar enorm.
Seit der Reform vor sieben Jahren werden die Förderungen zunehmend von der Produktion entkoppelt. Die Überarbeitung 2008 brachte neue Bedingungen wie Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt für die Bauern. In diese Richtungen werde die Entwicklung künftig konsequent weitergeführt, erklärt der ehemalige Tiroler Bergbauer.

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